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Wenn ein Kind von Neurodermitis betroffen ist

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Neurodermitis


Der Begriff Neurodermitis stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals ging man davon aus, dass die Ursache der Hauterkrankung eine Nervenentzündung ist. Später wurde diese Ansicht widerlegt, der Begriff ist jedoch geblieben. Heute wird eher von der atopischen Dermatitis beziehungsweise vom atopischen Ekzem gesprochen.

Das atopische Ekzem gilt als nicht heilbar, ist aber behandelbar. Es kommen unterschiedliche Therapien zum Einsatz, deren Wirksamkeit sich im jeweiligen Einzelfall erweisen muss.

Hautmerkmale und Juckreiz
Das Hauptproblem für die Betroffenen ist der starke Juckreiz. Dieser ist besonders nachts stark, daher kommt es oft zum Schlafdefizit. Aufgrund des Schlafdefizites, des Juckens und der daraus folgenden Wunden tritt bei Betroffenen auch häufig eine starke psychische Belastung auf. Dies führt häufig dazu, dass der Erkrankte sich zurückzieht (bei Kindern: „weinerliches“ Verhalten).

Die Haut des Betroffenen unterscheidet sich von gesunder Haut dadurch, dass ein gestörter Säureschutzmantel vorliegt. Daher äußert sich das atopische Ekzem insbesondere durch eine sehr empfindliche und trockene Haut, die oft auch gerötet ist. In Verbindung mit dem Juckreiz und dem starken Bedürfnis, auf diesen mit Kratzen zu reagieren, kann die Haut rissig werden. Risse können aber auch von selbst ohne erkennbare Ursache entstehen. Dadurch entstehen Ekzeme, die oft nässend sind und den Juckreiz weiter verschlimmern. Typische Stellen für die betroffene Haut sind insbesondere die Armbeugen, die Kniekehlen sowie die Hals- und Gesichtspartie. Mit zunehmendem Alter „wandert“ der betroffene Bereich oft in Richtung Extremitäten, so dass sich nach der Pubertät die Ekzeme häufig auch oder ausschließlich an Händen und Füßen bilden. Bei Säuglingen kann das Auftreten von Milchschorf ein frühes Symptom sein.

Meist weisen weitere äußere Merkmale auf die Erkrankung hin. Dazu gehören eine Vergröberung der Hautfaltung (Lichenifikation), eine Ausdünnung der Augenbrauen durch Scheuern oder Kratzen (Hertoghe-Zeichen), eine doppelte Lidfalte (Dennie-Morgan-Falte). Charakteristisch ist außerdem die „paradoxe Gefäßreaktion“: Im Gegensatz zu gesunder Haut bilden sich beim Kratzen nicht rote, sondern weiße Streifen auf der Haut (weißer Dermographismus
Stress vermeiden

Ob das atopische Ekzem auch eine psychische Komponente hat, ist umstritten. Ein Zusammenhang über den Neurotransmitter Histamin ist denkbar. Allgemein wird empfohlen, Stress (positiven wie negativen, akuten wie latenten) zu vermeiden. Bei Kindern kann sehr oft eine Verschlechterung des Hautzustandes vor z.?B. Weihnachten beobachtet werden. Der Stress kann auch durch die vor allem nächtlichen Juckattacken bei Kindern entstehen, die für die Eltern teils eine enorme Belastung darstellen. So entsteht oft ein Teufelskreis. Von Bedeutung kann daher der Umgang mit Stress sein, zum Beispiel in Form von Entspannungstechniken (siehe auch Patienteninformation und psychosoziale Betreuung).

Stress, Müdigkeit, Sorgen und Ärger: Wenn ein Kleinkind von Neurodermitis betroffen ist, leidet die ganze Familie an den physischen und vor allem psychischen Belastungen dieser chronischen Hautkrankheit, von der mittlerweile mehr als jedes zehnte Kind, meist bereits im Säuglingsalter, betroffen ist. Gerade bei Säuglingen stellt Neurodermitis viele Eltern vor besondere Probleme: Zeitaufwändige Hautpflege belastet ebenso wie die Hilflosigkeit gegenüber dem Leiden des Kindes, dazu kommen Schuldgefühle und Schuldzuweisungen, Zukunftssorgen und Ärger über Reaktionen des sozialen Umfelds. Stress und Sorgen machen auch vor internen Familienbeziehungen nicht Halt. Das Buch hilft Eltern, den eigenen psychischen Belastungen, die mit der Neurodermitis ihres Kindes einhergehen, kompetent zu begegnen.
Die Neurodermitis eines kleinen Kindes erfordert Kraft und Durchhaltevermögen der Eltern. Einfühlsam widmet sich die Autorin Friederike Kuppe den alltäglichen Problemen im Familienleben. Ein besonderes Anliegen ist ihr die spezielle Situation junger Familien mit Kindern, die bereits im Baby- oder Kleinkindalter von Neurodermitis betroffen sind. Als Psychologin, vor allem aber als Mutter zeigt Frau Kuppe, wie es gelingen kann, die eigenen Gefühle besser zu verstehen und psychischen Belastungen, Schuldgefühlen und Sorgen, die mit der Neurodermitis des Kindes einhergehen, kompetent zu begegnen. Die Autorin gibt Rat bei Konflikten und zeigt, welche Chancen in der Bewältigung liegen: wenn die Partnerschaft unter der Belastung leidet, Geschwister sich vernachlässigt fühlen, Großeltern kein Verständnis zeigen und Fremde das Falsche sagen. Praktische Vorschläge für Familienmanagement, Arztbesuch, Allergieprävention, Urlaub oder Fremdbetreuung erleichtern den Alltag und helfen die Krankheit gelassen zu meistern.

»Dieses Buch macht Mut und fordert dazu auf, nicht zu verzweifeln, sondern die Krankheit als Herausforderung mit gutem Ausgang zu begreifen.« (Thomas Schwennesen, Deutscher Neurodermitis Bund e. V.)

Sehr lesenswert für Eltern, Großeltern, Ärzte und Erzieher!
Endlich ein Buch zum Thema Neurodermitis und Allergien, das mit Herz geschrieben ist und dabei fachlich immer kompetent bleibt mit seiner Mischung aus Ratgeber und Erfahrungsbericht. Bisher gab es keinen (noch erhältlichen) Ratgeber zu Neurodermitis bei ganz jungen Kindern, obwohl in diesem Alter besondere Schwierigkeiten auftreten können, z.B. weil man sich nur bedingt sprachlich mit dem Baby verständigen kann und die Eltern sich erst in ihrer neuen Rolle, der Elternschaft, zurechtfinden müssen. Hier finden betroffene Familien Ratschläge zum Umgang mit der Krankheit (praktisch hinsichtlich Allergieprävention, Kindergartenauswahl etc. und psychisch zum Aufbau von Selbstsicherheit und Entspannungsfähigkeit). Sind Kinder von einer chronischen Krankheit betroffen, helfen die Eltern dem Kind vor allem auch indem sie sich selbst helfen. Dieses Buch ist eine wertvolle Unterstützung für Familien und Personen, die mit Neurodermitiskranken Kindern arbeiten. Als Psychologin legt die Autorin Wert auf die psychischen Folgen und Begleiterscheinungen des Ekzems, ohne die Ursache primär auf der psychischen Ebene zu suchen. Schuldgefühlen wird der Kampf angesagt. Neben dem Recht auf Kummer bleibt immer Platz für einen optimistisch-realistischen Blick in die Zukunft des Kindes und der ganzen Familie. Erzählungen von Eltern mit einem Neurodermitiskranken Kind runden den Ratgeber ab und gestatten einen Einblick in dem Betroffenen vertraute Alltagsnöte und -freuden.

 






Von Friederike Kuppe

154 Seiten

Preis: EUR 14,00






Eine Leserin schreibt:

 Ein schönes, hilfreiches Buch


Die Diagnose Neurodermitis ist erstmal ein großer Schreck für die Familie. Dieses wohltuend warmherzig geschriebene Buch hat uns geholfen, weil man sich weniger isoliert mit den Ekzembedingten Schwierigkeiten (Kratzen, kaum Schlafen, teilweise bedrückende Kommentare von Fremden auf der Strasse) fühlt und viele Tipps zum Umgang mit der Krankheit erhält. Eine Änderung der Einstellung zur Neurodermitis (nicht unbedingt Heilen, sondern Lindern) ist der erste Schritt. Dankeschön!

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